Niehler Gürtel

Seit vielen Jahrzehnten gibt es politische Diskussionen zum Netzschluss der Ringstraße Gürtel zwischen Merheimer Straße und Boltensternstraße.

Der Ring ist eine der wichtigen Ringstraßen im Radialringstraßensystem der Stadt Köln. Im Kölner Norden fehlt ein ca. 2,5 km langes Teilstück. Das bedeutet, dass die parallel laufenden Sammel- und Wohnstraßen, insbesondere die Friedrich-Karl-Straße, und die Merheimer Straße stark von Durchgangsverkehr belastet sind. Die vierspurigen Straßen zerschneiden zudem die Quartiere Diese Situation beeinträchtigt die Wohn- und Lebensqualität in Nippes erheblich.

Der Niehler Gürtel endet in einem Brachgelände. Von Horsch, Willy – HOWI – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4310952

Die SPD-Ratsfraktion setzt sich daher gemeinsam mit der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Nippes seit vielen Jahren dafür ein, dass das fehlende Stück des Niehler Gürtels für Autoverkehr mit einer Fahrspur in jede Richtung erschlossen wird.

Damit wäre eine Entlastung der jetzt vom Durchgangsverkehr betroffenen Straßen und ein Rückbau auf dann noch je eine Fahrspur pro Richtung möglich. Die Friedrich-Karl-Straße und die Merheimer Straße könnten deutlich aufgewertet und attraktiver gestaltet werden. So könnte mehr Lebensqualität für die Anwohnerinnen und Anwohner gewonnen werden: weniger Verkehr, weniger Abgase und Lärm, mehr Grün und bessere Verkehrssicherheit.

Durch den Lückenschluss, das haben die Verkehrsuntersuchung und die Planungen der Stadtverwaltung belegt, würden mehr Anwohnerinnen und Anwohner an der Friedrich-Karl-Straße und der Merheimer Straße von Lärm und Abgasen entlastet, als durch die Neuplanung des Gürtels betroffen wären. Zudem werden bei der Neuplanung wirkungsvolle Lärmschutzmaßnahmen berücksichtigt, auf die die Bewohnerinnen und Bewohner in den vom Durchgangsverkehr betroffenen Quartieren heute verzichten müssen.

Ein Lückenschluss steht einer attraktiven Rad- und Fußwegverbindung nicht entgegen. Im Gegenteil haben die von der Stadtverwaltung vorgelegten Planungen gezeigt, dass sich hier die Belange aller Verkehrsteilnehmerinnen und –teilnehmer sehr gut zusammenbringen lassen und ein attraktive Gestaltung der Grün- und Freizeitflächen ermöglichen.

Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion hat der Rat in seiner Sitzung am 07.06.2018 die Planung eines reinen Rad- und Fußwegs beschlossen und sich damit gegen eine Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner entschieden. Die Planungen lehnt die Bezirksvertretung in Nippes mehrheitlich ab. Gegen den nun getroffenen Ratsbeschluss haben die Bezirksvertreter bereits eine Klage angekündigt, da sie die Zuständigkeit des Rates für die Entscheidung bestreiten. Zur Gestaltung der Rad- und Fußwegverbindung hatte die BV einen eigenen Vorschlag entwickelt und beschlossen.