Koalitionsvereinbarung 2009-2014 – Kapitel 19

19. Sport

Sport und Bewegung nehmen an Stellenwert in der städtischen Gesellschaft zu. Fast 60 Prozent der Kölnerinnen und Kölner treiben in ihrer Freizeit aktiv Sport. Der Sport ist die größte Bürgerbewegung Kölns und verbindet alle Generationen, sozialen Schichten und Nationalitäten. Allein 190.000 Bürgerinnen und Bürger sind Mitglied in einem der rund 800 Sportvereine Kölns. Eine noch größere Anzahl von Kölnerinnen und Kölnern treibt Sport außerhalb von Vereinen, vor allem beim Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen.

Sportvereine übernehmen eine wichtige soziale Aufgabe in der Stadt. Sie führen Kinder und Jugendliche an Sport und Bewegung heran, sind Orte der Integration. Wir wollen den vereinsgebundenen und den vereinsungebundenen Breitensport erhalten, stärken und fördern.

Das Kölner Sportangebot muss der alternden, multikulturellen und zunehmend gesundheitsorientierten Gesellschaft gerecht werden. Deshalb muss das Thema „Sport“ stärker in die „integrierte Stadtentwicklungspolitik“ einbezogen werden. Hierzu gehört auch eine Einbeziehung in Bauplanungs-, Verkehrs-, Wohnungs-, Jugend-, Bildungs-, Sozial- und Gesundheitspolitik.

Wir wollen Kinder und Jugendliche an Sport und Bewegung heranführen:

  • Das Projekt „Sicher Schwimmen“ für Grundschulkinder ist erfolgreich angelaufen und muss weitergeführt werden.
  • Die Jugendbeihilfe sichert die Angebote für Kinder und Jugendliche in den Sportvereinen und ist zu erhalten.
  • Kinder mit KölnPass sollen weiterhin städtische Zuschüsse zum Vereinsbeitrag erhalten (Programm „Kids in die Clubs“).
  • Die Kooperation von Offenen Ganztagsschulen und Sportvereinen muss weiter verbessert werden. Auftretende Zeit- und Nutzungskonflikte müssen frühzeitig aufgegriffen und entsprechende Hemmnisse abgebaut werden.
  • Wir setzen uns für ein qualitativ hochwertiges Bewegungs- und Sportangebot in den Kitas und im Rahmen der OGTS ein. Wir werden die bereits laufenden Projekte in diesem Bereich aufeinander abstimmen. Das Projekt „Kindergarten-Mobil“ ist flächendeckend auf alle Kindergärten auszudehnen. Hier bieten sich neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kitas und Sportvereinen an.
 

Wir wollen die Voraussetzungen für bewegungsaktive Freizeitbeschäftigung und individuellen Sport verbessern:

  • Es sollen mindestens drei großflächige „Bewegungsräume“ mit modernen Trainingsgeräten und Bewegungsangeboten in Grünanlagen der Stadt, in denen mehrere Sportarten betrieben und in denen Serviceleistungen angeboten werden, eingerichtet werden.
  • Es sollen außerdem Mehrgenerationenplätze, beleuchtete Laufstrecken, Flächen für Skater und Inline-Skater, Basketballanlagen in Wohnortnähe eingerichtet werden.
  • Die Kultur von Straßenkicks, Streetbasketball oder auch das bewegungsintensive Spielen auf Spielplätzen und Plätzen muss weiterhin ermöglicht werden. SPD und GRÜNE begrüßen die Aktionen „Körbe für Köln“ und „Basketball um Mitternacht“. Sie setzen sich für Erhalt und Ausbau dieser und vergleichbarer Angebote ein.
 

Das Prinzip des Gender Mainstreaming soll im Sport durchgehend berücksichtigt werden.

SPD und GRÜNE unterstützen eine Ausweitung des Angebots an Sport und Bewegung für ältere Menschen. Wir wollen Sportvereine dazu animieren, ihre Seniorenangebote auszuweiten. SPD und GRÜNE unterstützen Seniorenprogramme und Sportkurse u. a. in Seniorenheimen. Vorhandene Aktivitäten und wissenschaftliche Begleitprogramme der Deutschen Sporthochschule sollen weiter ausgebaut werden.

Die Zahl der Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung nimmt zu. Dieser Personenkreis hat ein besonderes Recht darauf, dass ihm angemessene Sportmöglichkeiten geboten werden. Sportstätten sind barrierefrei zu gestalten.

Durch das Projekt „Sport in Metropolen“ ist in Köln-Mülheim eine Vernetzung der Vereine, Schulen und Aktiven gelungen. Das Projekt wird jetzt in Nippes fortgesetzt. Wir wollen das Programm auf weitere Stadtteile übertragen.

Ein bedarfsgerechtes Angebot wohnortnaher Sportanlagen ist auf Dauer zu sichern. Die notwendigen Mittel für Instandhaltung und Sanierung wollen wir bereitstellen, das Programm zum Bau von Kunstrasenplätzen fortsetzen.

Die Organisation der Kölner Sportstätten wird neu geordnet. Ziel ist neben einer Kostenersparnis und Effizienzsteigerung die bessere Ausnutzung der Anlagen durch den Breitensport.

Gemeinsames Ziel ist es, dass der städtische Zuschuss für das RheinEnergie- Stadion tendenziell sinkt. Aufgrund der Konkurrenz unter den großen Stadien und Hallen soll das Stadion weiterhin intensiv vermarktet werden.

Die breitensportliche Nutzung des Sportparks Müngersdorf wollen wir schützen. Kommerzielle Nutzungen der Vorwiesen werden ausgeschlossen. Bei kommerzieller Nutzung der Jahnwiesen sind die Beeinträchtigungen des Breitensports auf ein Minimum zu reduzieren und die Aspekte des Umweltschutzes besonders zu berücksichtigen.

Die KölnBäder GmbH hat in den letzten Jahren ein Sanierungs- und Attraktivierungsprogramm der Kölner Bäder auf den Weg gebracht, das in den nächsten Jahren mit Neubau/Generalsanierung des Eis- und Schwimmstadions, des Stadionbades und des Zollstockbades fortgesetzt wird. Auf der Basis einer Analyse des tatsächlichen Bedarfs und der Besucherzahlen bei Parallelbetrieb aller Bäder werden wir 2011 über die Perspektiven für jedes einzelne Bad entscheiden.

Der Stadtsportbund erfüllt als Dachorganisation der Kölner Vereine eine wichtige Funktion. Wir wollen seine Arbeit weiter unterstützen.

Sportvereine und traditionelle Sportereignisse kommen zunehmend durch Rückzug von Sponsoren in Finanznöte. Sportamt und Stadtsportbund können die Betroffenen in Organisations- und Strukturfragen kompetent beraten. Die Stadt kann aber fehlende Sponsorenmittel grundsätzlich nicht kompensieren.

Für Köln sind große Sport-Events wichtig und Image fördernd. Engagement an dieser Stelle darf aber nicht zulasten des Budgets von Kindern und Jugendlichen gehen.

Der Sport nimmt wichtige soziale Aufgaben wahr. SPD und GRÜNE unterstützen daher Initiativen der Sportverbände zur Verhinderung von jeglicher Gewalt im Sport, so auch das Aktionsbündnis „ROTE KARTE gegen sexualisierte Gewalt im Sport“.