Koalitionsvereinbarung 2009-2014 – Kapitel 20

20. Vielfalt

Menschen mit Behinderungen und Bewegungseinschränkungen

  • Das Handlungskonzept für Behindertenpolitik der Stadt muss konsequent umgesetzt werden. Dies beinhaltet selbstverständlich auch einen Ausbau der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, z. B. in Verkehrsmitteln und an Haltestellen. Insbesondere fordern wir auch die Entwicklung eines Tourismuskonzeptes für Menschen mit Behinderungen und den deutlichen Ausbau von barrierefreiem Wohnraum.
  • Das „Beschützte Wohnen/Service-Wohnen“ für Menschen mit Handicaps werden wir ausbauen.
  • Bei sämtlichen kommunalen Planungen muss die Prüfung auf Aspekte der „Barrierefreiheit“ Standard werden, in Analogie zur „Umweltverträglichkeitsprüfung“.
  • Gemeinsamer Unterricht an allen Schulformen und Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderungen soll deutlich ausgebaut werden.
  • Behindertenvereine und Selbsthilfeinitiativen werden gesichert.
  • Integrationsfirmen und Werkstätten für behinderte Menschen erhalten besondere Unterstützung durch Auftragsvergaben der Stadt. Höhere Durchlässigkeit von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu Firmen auf dem Ersten Arbeitsmarkt muss erreicht werden.
  • Wir wollen, dass gemeinsame Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung ausgebaut werden.
  • Die Stadt AG Behindertenpolitik erhält mehr Beteiligungsrechte (u. a. in den Bezirksvertretungen).
  • Stadt und ihre Unternehmen sollen sich zu Musterarbeitgebern für Menschen mit Behinderungen entwickeln und dies mit einer Kampagne begleiten.
 

Lesben, Schwule, Bi-Sexuelle und Transgender

Wir setzen uns konsequent ein für den Abbau jeglicher rechtlicher und tatsächlicher Diskriminierung schwuler, lesbischer, bi- und transsexueller Menschen im gesamten Stadtgebiet. Weil Gleichstellung und Gerechtigkeit unser durchgängiges Prinzip ist, stehen wir für die Implementierung des Diversity-Gedankens auf allen Ebenen der Stadtverwaltung und des zivilen und wirtschaftlichen Lebens unserer Stadt.

Wir unterstützen die Erstellung und die Umsetzung eines Diversity-Konzeptes für Köln unter Einbeziehung der städtischen Beteiligungsunternehmen.

Das Referat Lesben, Schwule, Transgender wird umgehend, gemäß Ratsbeschluss, eingerichtet und besetzt. Es soll in enger Kooperation mit der Stadt-Arbeitsgemeinschaft auch nach außen wirken und im städtischen Internetauftritt präsent sein.

Die Aufklärungsarbeit gegen Homophobie wollen wir fördern. Dazu sollen u. a. die Arbeit der Youth-Work-Stellen und die Aufklärungsarbeit an Schulen („SchLAu- Projekt“) für Schüler, Lehrer und Eltern zur Verbesserung der Gewaltprävention und Antidiskriminierungsarbeit gesichert werden. Das gilt insbesondere für die Schulen und Jugendarbeit außerhalb der Innenstadt. Zur Unterstützung der Aufklärungsarbeit von „SchLAuKöln“ und zur Sicherung von deren Wirkung soll weiterhin alle sechs Monate ein Qualitätszirkel unter Beteiligung der Stadt Köln stattfinden. Darüber hinaus wird ein genereller Aktionsplan gegen Homophobie für die Stadt Köln erstellt.

Wir wollen die Potenziale der Stadt, die der Community geboten werden, stärker für den nationalen und internationalen Tourismus nutzen. Ein Gay-City-Management soll dem Tourismus in dieser Sparte ein stark verbessertes Profil verschaffen.

Der Austausch mit den Kölner Partnerstädten und deren lesbischen und schwulen Organisationen wird fortgesetzt. Eine weitere Förderung durch die EU wird angestrebt.

Die Gay Games 2010 werden unterstützt.

Die lesbisch-schwulen Beratungszentren wollen wir stärken. Da in vielen Bereichen bereits Familienberatung im klassischen Sinn geleistet wird, wollen wir eine Anerkennung als klassische Familienberatungsstellen in lesbisch-schwuler Trägerschaft unterstützen.

Wir wollen die Präventions- und Integrationsarbeit mit Migrantengruppen weiter fördern.

Die Präventionsarbeit der freien Träger bei sexuell übertragbaren Krankheiten wollen wir stärken. Die vielen Selbsthilfegruppen in diesem Bereich werden auch zukünftig – insbesondere in der personalkommunikativen Präventionsarbeit – solidarisch unterstützt. Ordnungspolitische Maßnahmen sind kein geeignetes Mittel der AIDS- Prävention.

Bei Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere in der Altenpflege oder der Arbeit für Menschen mit Behinderung, ist die Schulung zum Thema „sexuelle Identität“ zu fördern. Städtische Einrichtungen sollen hier eine Vorbildfunktion erfüllen.

Die Organisationen der Lesben und Schwulen sind gekennzeichnet durch einen hohen Grad an ehrenamtlicher Arbeit und bürgerschaftlichem Engagement. Die Arbeit im Bereich der Selbsthilfe wollen wir weiter unterstützen und stärken.

Wir unterstützen die Seniorenarbeit für Lesben, Schwule, Bi-Sexuelle und Transgender in Köln und setzen uns dafür ein, bestehende Strukturen zu stärken.

Alternative Wohnformen für Lesben, Schwule, Bi-Sexuelle und Transgender (z. B. Villa Anders) wollen wir weiter fördern. Mehr-Generationen-Projekte und Wohnformen, die speziell auf ältere Lesben und Schwule zugeschnitten sind, werden von uns unterstützt . Die Erfahrungen mit diesen Wohnprojekten sollen wissenschaftlich begleitet bzw. ausgewertet werden.

Die Wiedereinführung eines lesbisch/schwulen Begegnungszentrums auf ehrenamtlicher Basis wird begrüßt.