Konzertierte Kölner Aktion „Pro Bahnhof Mülheim“

Offener gemeinsamer Brief: “Systemhalt Mülheim ist von hoher Bedeutung”
Mit gleichlautenden Schreiben an Bundesverkehrsminister Ramsauer und Landesverkehrsminister Groschek haben die Kölner Abgeordneten aus Bundestag und Landtag jetzt eine konzertierte Aktion für einen Systemhalt des Rhein-Ruhr-Express (RRX) in Köln-Mülheim gestartet.
Die Rahmenbedingungen zum Thema RRX sind soweit gesetzt, jedoch ist im Haltestellenkonzept die Station Köln-Mülheim leider nicht vorgesehen:
Für die Kölner Abgeordneten ist– wie dem Schreiben zu entnehmen – der zusätzliche Halt in Mülheim für das Rechtsrheinische bis ins Bergische hinein von großer Bedeutung. Andere Haltepunkte sollen dadurch nicht in Frage gestellt werden, sondern es geht um die zusätzliche Anbindung von Mülheim, die ohne größere zusätzliche Investitionen möglich ist.
„Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister Ramsauer, sehr geehrter Herr Landesverkehrsminister Groschek,
wir – die Kölner Landtags- und Bundestagsabgeordneten – begrüßen es außerordentlich, dass im Juli dieses Jahres die nächsten Schritte zur Realisierung des Rhein-Ruhr-Express gemeinsam von Bund, Land NRW und DB AG in die Wege geleitet wurden. Mit Freude nehmen wir wahr, dass die Planungen für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Köln und Dortmund voran schreiten und die europaweite Ausschreibung für die neuen Fahrzeuge unmittelbar bevorsteht. Die erforderlichen Haushaltsmittel haben Sie in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt.
Nicht einverstanden sind wir allerdings mit dem Umstand, dass Köln-Mülheim nach wie vor nicht als System-Halt vorgesehen ist. Aus unserer Sicht ist es nicht hinnehmbar, dass zukünftig ein modernes und leistungsstarkes Verkehrsmittel wie der RRX an täglich mehreren hundert bzw. tausend Pendlerinnen und Pendlern vorbeifahren und ein wichtiger Kölner Umsteigebahnhof vom Regionalverkehr abgeschnitten werden soll.
Der Bahnhof Köln-Mülheim hat sieben Bahnsteiggleise mit einer für den RRX ausreichenden Mindestlänge von 210 Metern. Er ist im letzten Jahrzehnt mit erheblichem Einsatz von GVFG-Mitteln zu einem bedeutsamen innerstädtischen und regionalen Verknüpfungspunkt in der Metropole Köln ertüchtigt worden. Es bestehen hervorragende Umsteigemöglichkeiten zwischen elf ÖPNV-Linien (3 Stadtbahnlinien, 2 S-Bahnlinien, 2 Regional-Expresslinien, 1 Regionalbahnlinie und 2 innerstädtische Buslinien). Bereits jetzt halten dort alle RE-Linien (RE 1 und RE 5) in einem 20-Min. bzw. 40-Min.-Takt in der Achse Köln – Düsseldorf.
Nach Ersatz der RE-Linien durch das RRX-System gäbe es in Köln-Mülheim keinen Regionalverkehr mehr von und nach Düsseldorf. Dies wäre eine massive Angebotsverschlechterung für Köln-Mülheim selbst, aber auch für den gesamten nördlichen rechtsrheinischen Bereich der Stadt Köln und für Fahrgäste aus Bergisch-Gladbach. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Produkt S-Bahn als Ballungsraumerschließungsverkehrsmittel mit hoher Haltestellendichte und der damit einhergehenden langen Fahrtzeit von 42 Minuten für die Strecke Köln-Mülheim – Düsseldorf kein adäquater Ersatz für den RE mit einer Fahrtzeit von 22 Minuten sein kann.
Mit dem Wegfall der Anbindung an den Regionalverkehr wird ein Siedlungsraum mit mehr als 250.000 Einwohnern (Stadtbezirk Köln Mülheim und Teile der Stadt Bergisch-Gladbach) erheblich benachteiligt. Üblicherweise werden bei der Planung neuer ÖV-Angebote neben reinen Nachfragezahlen auch Verknüpfungspunktfunktionen als wesentliche Kriterien in eine Haltepolitikentscheidung einbezogen. Derartige Erwägungen sind hier nicht zu erkennen.
Es ist davon auszugehen, dass durch eine pünktliche Verbindung von und nach Düsseldorf in einem schnellen und modernen Verkehrsmittel ein zusätzliches Fahrgastaufkommen generiert werden kann, was zu einer Entlastung der chronisch überlasteten Bundesautobahn A3 führen kann. Im Umkehrschluss ist davon auszugehen, dass der Wegfall eines den jetzigen RE entsprechenden schnellen Angebots zu einer Abwanderung von Fahrgästen und einer Verlagerung von Berufsverkehren auf die Straße führen wird.
Wir appellieren nachdrücklich an Sie:
Nehmen Sie Köln-Mülheim als System-Halt in die Planungen für den RRX auf!
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Kölner Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen
Für die SPD: Martin Börschel MdL, Stephan Gatter MdL, Ingrid Hack MdL, Gabriele Hammelrath MdL, Andreas Kossiski MdL, Jochen Ott MdL, Lisa Steinmann MdL
Für die Bündnis ´90/ Die GRÜNEN: Andrea Asch MdL, Arndt Klocke MdL, Arif Ünal MdL
Für die CDU: Serap Güler MdL, Christian Möbius MdL,
Für die FDP: Yvonne Gebauer MdL
Für die PIRATEN: Stefan Fricke MdL, Daniel Schwerd MdL
Kölner Abgeordnete des Deutschen Bundestages
Für die SPD: Martin Dörmann MdB, Karl Lauterbach MdB, Rolf Mützenich MdB,
Für die Bündnis ´90/ Die GRÜNEN: Volker Beck MdB, Katharina Dröge MdB,
Für die CDU: Heribert Hirte MdB, Gisela Manderla MdB, Karsten Möring MdB, Helmut Nowak MdB”
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