Sozialdemokrat Lothar Ruschmeier verstorben

Kölns früherer Oberstadtdirektor Ruschmeier starb am Sonntag im Alter von 66 Jahren
„Köln zuerst!“ war und blieb stets sein Motto

Lothar Ruschmeier leitete von 1990 bis 1998 als Oberstadtdirektor die Verwaltung der Stadt Köln. Seine Amtszeit prägte den Wandel Kölns zur modernen, vielfältigen Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Medienstadt. Er hat bedeutende städtebauliche Entwicklungen wie den MediaPark, den Rheinauhafen, die Neuordnung des Museums Ludwig vom ehemaligen „Doppelmuseum“ mit dem Wallraf-Richartz-Museum zu zwei getrennten Häusern vorangetrieben und umgesetzt. Brachliegenden Industrie- und Wirtschaftsflächen gab Ruschmeier neue Funktionen als zukunftsfähige Standorte für die Medienwirtschaft, für neue Technologien, aber auch für neue Wohnquartiere. Godorfer Hafen, Flughafenausbau, die Ansiedlung von bedeutenden Medienunternehmen wie RTL, VIVA, Eins Live, der Bau von Studio- und Veranstaltungsgebäuden, all diese Projekte waren gekennzeichnet von seinem beruflichen Einsatz. In seine Amtszeit fallen aber auch umstrittene Projekte wie der Bau der Müllverbrennungsanlage und die Realisierung der KölnArena mit dem Stadthaus.

Am 27. März 1990 wurde Lothar Ruschmeier vom Kölner Rat zum Oberstadtdirektor gewählt. Er war damals Chef von rund 24.000 Mitarbeitern. Seiner Wahl voraus ging eine 15jährige Karriere bei der Stadt Köln. Am 1. Mai 1975 trat er nach abgeschlossenem Studium der Rechtswissenschaften in die Dienste der Stadt. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er im Sozialdezernat, im damaligen Amt für Wohnungswesen und in der städtischen Organisationsverwaltung. 1978 übernahm er die Leitung des damaligen Amtes für Krankenanstalten, um von 1979 bis 1981 in das Büro des damaligen Oberstadtdirektors Kurt Rossa zu wechseln. Im Juli 1981 wählte ihn der Rat zum neuen Beigeordneten für die Bereiche Soziales und Gesundheit mit den Krankenanstalten und dem Wohnungswesen. Vier Jahre später übernahm er zusätzlich die Bereiche Jugend und Sport, zwei Jahre später außerdem das Schuldezernat. In all seinen Funktionen hat der auch immer die Stadt als Dienstleistungsunternehmen gesehen und maßgeblich zu Umstrukturierung der Stadtverwaltung hin zu einem zukunftsfähigen Arbeitgeber beigetragen.

„Lothar Ruschmeier war ein leidenschaftlicher Veränderer, der Köln – auch mit umstrittenen Entscheidungen – geprägt hat. Sein Handeln war darauf ausgerichtet, die Stadtverwaltung zu modernisieren und dem Wirtschaftsstandort Köln in Zeiten des Umbruchs eine moderne Dynamik zu verleihen“, so Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln.

Im März 1998 verabschiedete der Kölner Rat in einer Sondersitzung Lothar Ruschmeier nach achtjähriger Amtszeit als Oberstadtdirektor Kölns. Als Würdigung für seine Verdienste um die Stadt Köln lud ihn der inzwischen verstorbene, damalige Oberbürgermeister Norbert Burger ein, sich in das Goldene Buch der Stadt Köln einzutragen.

„Lothar Ruschmeier war eine bedeutende Persönlichkeit für die SPD im Rheinland. Er war einer der bedeutendsten Oberstadtdirektoren Kölns,“ so Jochen Ott, Vorsitzender der Kölner SPD.

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