Wohnen und Kultur nicht gegeneinander ausspielen

SPD-Ratsfraktion spricht sich für Erhalt des Musikclubs Gebäude 9 aus

Seit mehr als 15 Jahren verfolgt die Stadt das Ziel, die große, heute weitgehend ungenutzte Industrie-Fläche nördlich der Messe einer neuen Nutzung zuzuführen. Geplant ist unter anderem die Errichtung von mehr als 300 Wohneinheiten, davon ein Drittel als öffentlich geförderter Wohnraum. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Rat 2009 das „Rechtsrheinische Entwicklungskonzept“ beschlossen, in dessen Folge eine aufwändige und viel beachtete Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt worden ist.

Auf dem Gelände befindet sich in einer der leerstehenden Fabrikhallen der Musikclub Gebäude 9, der sich mit einem Fokus auf Independent und Elektronischer Musik in den letzten Jahren auch überregional etablieren konnte. 2013 erhielt das Gebäude 9 eine Anerkennung durch Kulturstaatsminister Naumann. Aufgrund seiner Lärmemissionen und der geplanten Wohnbebauung wird derzeit über die Zukunft des Gebäude 9 diskutiert.

„Unser Augenmerk gilt natürlich der Schaffung insbesondere von preiswertem Wohnraum“, so Martin Börschel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln. „Aber auf dem rund 70.000 m² großen Gelände im Mülheimer Süden sollte auch das Gebäude 9 langfristig gesichert werden können.“

Um dies zu erreichen, wurde auf Initiative der SPD-Ratsfraktion in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am vergangenen Donnerstag ein Antrag eingebracht, der die Möglichkeit eines Erhalts des Gebäudes 9 am jetzigen Standort oder an anderer Stelle auf dem Gelände ausloten sollte.  Michael Frenzel, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Dadurch, dass auf Antrag der CDU dieser wichtige Punkt vertagt worden ist, zeigt sich, dass offenbar nicht alle im Rat vertretenen Parteien mit dem notwendigen Ernst für den Erhalt des Gebäudes 9 und einen Ausgleich mit den Wohnungsbauzielen eintreten.“

Auch ohne Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses setzt die SPD-Ratsfraktion auch weiterhin alles daran, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden wird. Martin Börschel: „Wohnen und Kultur dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Interesse an einer guten Lösung besteht auf allen Seiten. An den weiteren Gesprächen zwischen Betreiber, Vermieter und Investor werden wir uns auch weiterhin aktiv beteiligen.“

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